Follow-Me-Printing

Follow-Me-Printing

Beim Follow-Me-Printing werden Druckaufträge erst dann ausgegeben, wenn sich die druckende Person direkt am Gerät authentifiziert, etwa per Ausweis, PIN oder App. So liegen vertrauliche Ausdrucke nie unbeaufsichtigt im Ausgabefach, und der Auftrag lässt sich an jedem angebundenen Drucker im Netzwerk abholen.

Gerade für Betriebe, die vertrauliche Dokumente verarbeiten, schließt dieses Verfahren eine oft unterschätzte Sicherheitslücke – den offen im Ausgabefach liegenden Ausdruck. Dieser Beitrag erklärt die Funktionsweise, die Abgrenzung zu verwandten Verfahren und den Nutzen für Sicherheit, Datenschutz und Betriebskosten.

Inhalte dieser Seite

Was ist Follow-Me-Printing?

Follow-Me-Printing ist eine Form des sicheren Druckens, bei der Druckaufträge zentral gespeichert und erst an einem beliebigen Netzwerkdrucker nach Authentifizierung ausgegeben werden. Das Verfahren trennt das Absenden vom eigentlichen Ausdruck. Mitarbeitende schicken ihr Dokument nicht an ein bestimmtes Gerät, sondern an einen zentralen Server oder einen Cloud-Dienst. Dort bleibt es in einer persönlichen Warteschlange.

Häufig wird Follow-Me-Printing synonym zu Pull Printing verwendet. Technisch beschreibt Pull Printing das Grundprinzip, bei dem die Benutzerin bzw. der Benutzer den Druckauftrag aktiv abruft, statt ihn direkt an ein Gerät zu senden. Follow-Me-Printing ist die verbreitete Ausprägung davon über eine ganze Geräteflotte hinweg, sodass der Auftrag der Person quasi folgt. Daher der Name.

Beim klassischen Direktdruck passiert das Gegenteil. Das Dokument wird sofort gedruckt, sobald der Druckauftrag abgeschickt wurde, unabhängig davon, ob jemand am Gerät steht. Genau hier entsteht das Risiko, dass sensible Unterlagen minutenlang unbeaufsichtigt liegen.

Wichtige Grundlagen

Wie funktioniert Follow-Me-Printing?

Der Weg eines Druckauftrags

Der Ablauf besteht aus wenigen klar voneinander getrennten Etappen. Zunächst wählt die Person, die den Druckauftrag erteilt, wie gewohnt den Druckbefehl aus, allerdings über einen zentralen Warteschlangen-Treiber statt über einen einzelnen Drucker. Der Auftrag wandert verschlüsselt an den Druckserver oder in einen Cloud-Speicher und verbleibt dort. Solange keine Freigabe erfolgt, wird nichts gedruckt. Anschließend geht die Person zu einem beliebigen angebundenen Gerät, authentifiziert sich und sieht ihre wartenden Aufträge. Sie entscheidet direkt am Display, welche Aufträge gedruckt und welche verworfen werden.

Authentifizierung am Gerät

Die Anmeldung ist das Herzstück des Verfahrens. Gängige Methoden sind der Mitarbeiterausweis in Form einer RFID- oder NFC-Karte, eine persönliche PIN, eine Smartphone-App oder die Anmeldung über den zentralen Unternehmens-Login, etwa via Microsoft Entra ID. Wer zusätzliche Sicherheit benötigt, kombiniert Kartenleser und Code zu einer Authentifizierung per zweitem Faktor. So ist jeder Ausdruck einer konkreten Person zugeordnet, und niemand druckt mehr anonym ins Leere.

Follow-Me-Printing, Pull Printing und Secure Print: die Unterschiede

Im Zusammenhang mit sicherem Drucken tauchen immer wieder drei Begriffe auf, die oft vermischt werden. Sie meinen Verwandtes, aber nicht dasselbe. Die folgende Übersicht ordnet sie ein.

VerfahrenPrinzipTypischer Einsatz
Pull PrintingOberbegriff: Der Auftrag wird zentral gehalten und von der Person aktiv abgerufen.Grundlage aller abrufbasierten Druckverfahren
Follow-Me-PrintingPull Printing über die gesamte Geräteflotte, Ausgabe an jedem Gerät nach Anmeldung.Größere Umgebungen mit mehreren Standorten und vielen Geräten
Secure PrintDer Auftrag geht an ein bestimmtes Gerät und wird dort per PIN freigegeben.Einzelne Geräte, kleinere Büros

Welche Sicherheits- und Datenschutzvorteile bietet Follow-Me-Printing?

Laut der Bitkom-Studie „Wirtschaftsschutz 2024“ beklagen 35 Prozent der Unternehmen den Diebstahl sensibler physischer Dokumente (Quelle: Bitkom). Papier ist also ein reales Angriffsziel. Viele solcher Vorfälle beginnen unspektakulär: Mit einem vergessenen Ausdruck im Ausgabefach, den die falsche Person mitnimmt.

Genau hier setzt Follow-Me-Printing an. Da nichts ausgegeben wird, bevor sich jemand anmeldet, liegen keine vertraulichen Unterlagen mehr offen herum. Zudem ist jeder Druckauftrag einer Person zugeordnet, was lückenlose Zugriffsprotokolle ermöglicht. Diese Protokolle helfen dabei, die in Artikel 32 der Datenschutz-Grundverordnung geforderten technischen und organisatorischen Maßnahmen nachzuweisen. Auch das BSI empfiehlt in seinem IT-Grundschutz, den Zugriff auf Drucker und Multifunktionsgeräte zu beschränken und Ausgaben abzusichern (Quelle: BSI).

In der Praxis bündeln Managed-Print-Lösungen wie PRINT SHEELD von GREEN IT das Follow-Me-Printing mit verbindlichen Sicherheitsrichtlinien und revisionssicheren Nachweisen. Ein Restrisiko bleibt allerdings. Wer seine Karte oder PIN weitergibt, umgeht auch das beste Freigabeverfahren. Technik allein genügt nicht, die Belegschaft muss auch den Sinn dahinter verstehen.

Weniger Papier, weniger Fehldrucke: Der Nachhaltigkeits- und Kosteneffekt

Jeder nicht abgeholte Ausdruck landet früher oder später im Papierkorb. Mit Follow-Me-Printing verschwinden diese Fehldrucke weitgehend, da nichts gedruckt wird, was niemand abruft. Für den Mittelstand bedeutet das konkret weniger Papierverbrauch, sinkende Toner- und Energiekosten, seltenere Nachbestellungen und einen kleineren CO₂-Fußabdruck.

Damit passt das Verfahren genau zum Anspruch, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit zu vereinen. Sie senken die Betriebskosten und schonen gleichzeitig die Ressourcen. Der Sicherheitsgewinn kommt obendrauf.

Wie führen Unternehmen Follow-Me-Printing ein?

Der Einstieg gelingt zwar nicht über Nacht, ist aber überschaubar. Zunächst erfolgt eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Geräteflotte, da viele moderne Multifunktionsgeräte die nötigen Funktionen bereits mitbringen oder sich per offener Schnittstelle nachrüsten lassen. Im nächsten Schritt wird eine passende Druckmanagement-Software ausgewählt, idealerweise herstellerunabhängig, um nicht an einen einzelnen Gerätehersteller gebunden zu sein.

Ein zentraler Schritt ist die Anbindung an den Verzeichnisdienst des Unternehmens, häufig per Single Sign-On. So können sich Mitarbeitende mit ihren bekannten Zugangsdaten anmelden, ohne separate Kennwörter zu benötigen. Wer die Umsetzung nicht selbst stemmen möchte, kann sie an einen Partner auslagern. Die Print Services von GREEN IT decken Beratung, Einrichtung und Betrieb herstellerunabhängig ab.

Druckersicherheit ganzheitlich denken?

Wir sichern Ihre Druckerflotte NIS-2-konform durch Follow-Me-Printing, verbindliche Richtlinien und lückenlose Nachweisführung.

Zusammenfassung

Follow-Me-Printing hält Druckaufträge zentral zurück und gibt sie erst nach einer persönlichen Anmeldung am Gerät aus. Vertrauliche Dokumente liegen dadurch nicht mehr offen im Ausgabefach, jeder Druck ist nachvollziehbar einer Person zugeordnet. Gleichzeitig sinken Papierverbrauch und Kosten, weil vergessene Ausdrucke wegfallen. Für Unternehmen mit Datenschutzpflichten verbindet das Verfahren mehr Sicherheit mit einem messbaren Beitrag zur Nachhaltigkeit. Es ist damit ein praktischer Baustein einer durchdachten Druckersicherheit.

Häufig gestellte Fragen zu Follow-Me-Printing

Pull Printing ist der Oberbegriff für Verfahren, bei denen ein Druckauftrag zentral gehalten und aktiv abgerufen wird. Follow-Me-Printing ist eine gängige Ausprägung davon über eine ganze Geräteflotte, sodass der Ausdruck an jedem angebundenen Gerät abgeholt werden kann. In der Alltagssprache werden beide Begriffe oft gleichbedeutend genutzt.

Ja, Follow-to-Print und Follow-Me-Printing bezeichnen dasselbe Prinzip. Der Druckauftrag folgt der angemeldeten Person zu einem beliebigen Gerät. Die unterschiedlichen Schreibweisen stammen meist von einzelnen Herstellern oder Hochschulen.

Grundsätzlich eignen sich vor allem netzwerkfähige Multifunktionsgeräte mit Display und Authentifizierungsoption. Viele aktuelle Modelle unterstützen das Verfahren direkt, ältere Geräte lassen sich häufig mit einem externen Kartenleser oder einer Zusatzsoftware nachrüsten. Eine herstellerunabhängige Druckmanagement-Lösung bindet unterschiedliche Geräte unter einem System zusammen.

Nach der Anmeldung am Gerät stehen neben dem Druck meist auch Scan-Funktionen bereit. Der Scan lässt sich direkt an die eigene E-Mail-Adresse, in einen persönlichen Ordner oder in Cloud-Speicher wie SharePoint senden. Da Sie angemeldet sind, landet das Dokument automatisch bei der richtigen Person.

Das Verfahren unterstützt die Anforderungen der DSGVO, weil es unbefugten Zugriff auf Ausdrucke verhindert und jeden Druckvorgang protokolliert. Es liefert somit einen Nachweis technischer und organisatorischer Maßnahmen nach Artikel 32. Die vollständige Konformität hängt zusätzlich von der korrekten Konfiguration und den internen Prozessen ab.

Diesen Artikel teilen
LinkedIn
XING
Facebook
X
WhatsApp
Email
GREEN IT Service Portal

Verschaffen Sie sich einen schnellen Überblick zu offenen und geschlossenen Tickets sowie den aktuellen Bearbeitungsständen.

GREEN IT Connect Portal

Mit Ihrem Kundenlogin verwalten Sie Ihre Aufträge und Rechnungen für Telefonie, Internet und Mobilfunk bequem in unserem Online Portal.

Anydesk QuickSupport

Der GREEN IT Anydesk QuickSupport als kompaktes Kundenmodul benötigt keine Installation und keine Adminrechte auf dem Zielrechner – ideal für den spontanen Support!

Anydesk Host

Unser GREEN IT Anydesk Host läuft als Systemdienst und ermöglicht den ständigen Zugriff auf entfernte Systeme, ideal für Serverwartungen.

Privatsphäre-Einstellungen

Fragen rund um IT-Sicherheit?

Wir unterstützen Sie!
Bildschirm off.
Sparen on!

Wussten Sie schon?
Ein dunkler Monitor verbraucht im Gegensatz zu einem hellen bis zu 20% weniger Energie.