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Weltbienentag – b2bee-Imker-Talk mit David Tews

Die Vereinten Nationen haben 2018 den 20. Mai als UN-Weltbienentag ausgerufen. Der Weltbienentag existiert noch nicht sehr lange, ist aber extrem wichtig, um uns allen die Bedeutung von Honig- und Wildbienen für das Ökosystem und damit für die Gesellschaft ins Bewusstsein zu rufen. 75 Prozent der globalen Nahrungsmittelpflanzen sind von der Bestäubung insbesondere durch Bienen – dazu zählen nicht nur die Honigbienen –, aber auch durch andere Insekten abhängig. Sie tragen die Verantwortung bei der Sicherung der biologischen Artenvielfalt sowie Nahrungsvielfalt für Menschen und Tiere. Sogar die Medizin ist von der Bestäubung abhängig, da über 50 000 Pflanzenarten für medizinische Zwecke verwendet werden. Selbst die Ingenieur:innen nehmen sich die Bienen in Logistikprozessen, Flug- und Fahrzeugbau, Computerprogrammen/IT und für das soziale Netzwerken als Vorbild.

Anlässlich des Weltbienentags haben wir Anfang Mai unseren Partner & Imker David Tews und unsere fünf GREEN IT Bienenvölker im Imkerverein Dortmund-Aplerbeck besucht. Dies war eine wichtige Erfahrung für uns, da wir sehr viel lernen und praktizieren konnten. Denn die heimische Imkerei liefert einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Honigbienenpopulation. Damit wir im Detail davon berichten können, haben wir einen Imker-Talk mit David Tews, dem Vorsitzenden des Imkervereins in Dortmund-Aplerbeck, vorbereitet und ihn im Interview zur aktuellen Situation der Bienen befragt. Aber zunächst steigen wir damit ein, wie es bei ihm zur Imkerei kam.

Hallo, David Tews, wir freuen uns sehr, dass wir Sie besuchen durften und Sie uns in die Welt der Imker:innen entführt haben. Spannend für uns ist, zu erfahren, was Sie zur Imkerei bewegt.
Ich freue mich auch sehr, dass Sie nicht nur als Bienenpate bei uns auftreten, sondern sehr viel Interesse und Engagement mitbringen. So gestaltet sich die Zusammenarbeit umso spannender und interaktiver.

Um die Frage zu beantworten, reise ich mit Ihnen in das Jahr 2004 zurück. Damals fragte mich ein Bekannter, ob er seine Bienen in meinen Garten stellen dürfte. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keinen einzigen Berührungspunkt mit Bienen, habe aber dennoch eingewilligt. Seitdem die Bienen bei mir waren, fiel mir auf, dass ich noch nie so viele Beeren und Obst geerntet hatte. Mir war ab dem Zeitpunkt sofort klar: Das kann nur an den Bienen liegen. Im Jahr 2006 verkündete mir mein Bekannter, dass er nach Norwegen auswandere und ich die Bienen behalten könne. Ich konnte es erst nicht glauben. In dem Moment dachte ich nur daran, was ich mit den Bienen machen sollte. Jedoch war die bessere Ernte sehr verlockend. Also stimmte ich zu und ging zum Aplerbecker Imkerverein. Ab da fing meine gemeinsame Geschichte mit den Bienen an.

“Bienen sind ein sehr wichtiges Element, das unser Leben bzw. Überleben sichert.”
David Tews

Was hat Sie besonders an Bienen fasziniert – außer der besseren Ernte?
Es ist wie eine andere Welt, eben wirklich faszinierend, harmonisch, ausgeglichen, geregelt, fesselnd, sogar hypnotisierend, sodass ich das Gefühl habe: Die Zeit bleibt stehen – und dazu noch den köstlich duftenden Honig um sich zu haben, hat in mir eine Leidenschaft ausgelöst. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Bienen noch nicht vollumfänglich erforscht sind, ist es umso spannender, mit diesen Lebewesen zu arbeiten und sie auf die eigene Art und Weise kennenzulernen.

Was treibt Sie an, sich für die Bienen einzusetzen?
Bienen sind ein sehr wichtiges Element, das unser Leben bzw. Überleben sichert. Allerdings auch andere Bestäuber wie Hummeln sorgen für die Biodiversität in unserem Ökosystem. Leider erlaubt es unsere Art und Weise, wie wir Menschen leben, am Ende diesen Lebewesen nicht, nachhaltig zu überleben. Ich kann nur das retten, was ich kenne und was für mich einen Wert hat. Dies versuchen wir zu erklären, damit viele ihre Unkenntnis verlieren und die Bienen unser Ökosystem schützen.

Wie wirkt sich die Art und Weise, wie wir leben, auf die Bienen genau aus? Wie ist die aktuelle Situation?
Nicht nur Bienen, sondern auch alle anderen Bestäuber sind in Gefahr. Sie haben keine Lobby. Die industrielle Landwirtschaft hat systematisch die Lebensgrundlage der Bestäuber zerstört. In der Folge auch die der Vögel, der Amphibien und Kleinsäuger. Kaum zu glauben, aber der Mensch ist der Nächste in dieser Kette. Ob wir das wahrhaben wollen oder nicht. Durch die Landwirtschaft und Massentierhaltung haben wir die Bodenfauna zerstört, unser Trinkwasser verseucht usw. Besonders Glyphosat, welches in der Landwirtschaft kurz vor der Ernte durch die sogenannte „Sikkationsspritzung“ angewendet wird, ist auf den ersten Blick zwar keine Gefahr für die Honigbiene, aber ein großes Problem für alle Kreisläufe des Lebens. Auch wir Menschen stehen auf der Risikoliste. Über 90 % der Bevölkerung haben Glyphosat im Blut. Die Missstände in der Landwirtschaft sind heute zudem größer geworden. Auch der Klimawandel bringt extreme Probleme – besonders um die Bienen gesund zu erhalten. Denn der Brutzyklus der Varroa-Milben, von denen unsere Bienen in Deutschland betroffen sind, verändert sich. Die Bekämpfung der Bienenkrankheiten nimmt immer mehr Zeit in Anspruch. Das war in meinen Anfangszeiten alles noch anders.

Können wir etwas näher auf die Problematik des Klimawandels eingehen? Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen Imker und Bienen?
Ja, besonders der Klimawandel macht den Bestäubern und somit unseren Bienen zu schaffen. Die Änderungen der Temperaturverläufe haben dramatische Auswirkungen, sodass sich alles um ca. 15-21 Tage verschoben hat. Der Herbst und Winter werden kürzer, dafür der Frühling und Sommer länger. Die Verschiebung läuft immer schneller mit öfter eingefahrenen extremen Wetterlagen. Die angepasste Harmonie zwischen Blüte und Bestäuber verschwindet. Das bedeutet: Wenn die Pflanze blüht, fehlt der Bestäuber. Die Folge daraus: Die Pflanze wird verschwinden. Kommt dann der Bestäuber, so verhungert dieser, weil die Pflanze schon verblüht ist. Beide Arten können aussterben. Am Ende haben wir Menschen auch ein Problem, weil unsere Nahrung von der Bestäubung abhängt. Tom Seley, ein Verhaltensbiologe, prägte das Wort der Bienendemokratie. Ohne diese Bienendemokratie könnte ein Volk nicht überleben. Weil diese kleinen Dinger das große Ganze sehen: Das Volk muss leben oder überleben. Das hat die Menschheit leider noch nicht verstanden, dass es um das Überleben geht. Wir zerstören und vergiften unsere Lebensgrundlage. Im Kleinen sehen wir die Folgen schon. Wir müssen uns irgendwann entscheiden: entweder Wirtschaftswachstum in den Wahnsinn oder Schutz unserer Lebensgrundlage. Beides geht nicht.

Wie können wir Menschen dazu beitragen, die Bienen zu schützen?
Es gibt nicht nur negative Nachrichten, sondern auch gute. Die Honigbienenpopulation in Deutschland war Ende der Neunzigerjahre zurückgegangen. Die Bienen heute sind wieder im Mittelpunkt, und das ist erst mal positiv. Es gibt immer mehr junge Leute, die mit der Imkerei aus Überzeugung über die Relevanz der kleinen Tierchen anfangen. In diesem Fahrwasser kommen die anderen Bestäuber auch ins Rampenlicht. Der Imker versucht, beide Gruppen im Blick zu halten. Jeder Balkon- oder Haus-/Gartenbesitzer kann sein Reich umgestalten. Weg mit den ganzen zugeschotterten Steingärten und hin mehr zu den Pflanzen! Wenn alle wieder zum eigentlichen Sinn eines Gartens zurückkehren würden, dann wäre das ein großer Schritt nach vorne. Jeder bunte Blumenkasten und jeder Quadratmeter zählt.

Welchen Tipp möchten Sie Jungimkern mit auf den Weg geben?
Nicht aufgeben! Das erste Jahr ist geprägt von Spannung und Neugier, dann im zweiten kommen oft Enttäuschung,

Frust, Mutlosigkeit oder auch Selbstzweifel. Dann ist es sehr wichtig, Altimker:innen oder Neuimker:innen, die das dritte Jahr gemeistert haben, an der Seite zu haben. Das dritte Jahr ist dann entscheidend. Noch ein Hinweis: Das World Wide Web ist voller Superimker und Supertipps. Vergesst es einfach, 90 % sind für Neuimker:innen als Informationsquelle nicht geeignet. Es wird zu viel versprochen. Einfach Bienen in den Garten zu stellen und sich zu freuen, wird nicht funktionieren. Imkern ist komplex, verbunden mit viel Einsatzbereitschaft und Engagement, bringt am Ende aber sehr viel Spaß und Erfüllung, etwas Sinnvolles zu betreiben.

Eine letzte Frage, die uns brennend interessiert: Werden Sie eigentlich oft gestochen?
Am Anfang ja, jetzt selten, wenn ich nicht umsichtig genug bin. Beim Umgang mit den Bienen wird man ruhiger, ist aber voller Adrenalin und trotzdem entspannt. Ist sehr interessant und magisch!

Vielen lieben Dank, Herr Tews, für diesen spannenden Einblick in Ihre Imkerwelt und die ausführlichen Informationen. Wir hatten sehr viel Spaß, die Bekanntschaft mit unseren Bienen zu machen. Sie haben zudem mehr als deutlich gemacht, dass die Bienen in Gefahr sind und es an uns Menschen liegt, uns für sie einzusetzen. Und es ist großartig, zu wissen, dass der Trend zur Imkerei wieder steigt. Das lässt uns hoffen, dass alles gut sein wird.

Bestimmt stellt sich im jetzigen Moment die Frage, warum uns als IT-Dienstleister die Bienen am Herzen liegen!
Der Grund ist: In unseren IT-Konzepten haben wir die Energieeffizienz und Ressourcenschonung allzeit im Blick. Doch uns liegt nicht nur die Verringerung von CO2-Ausstoß und Müllbergen am Herzen: Ebenso liegt es in unserer FAIRantwortung, lokale Umwelt-Initiativen zu unterstützen und direkt vor unserer Haustür nachhaltig zu handeln. Zum Schutz unserer Umwelt und zur Erhaltung der biologischen Artenvielfalt kommt den Bienen eine bedeutende Schlüsselrolle zu – denn ein Leben ohne Bienen ist undenkbar. Daher haben wir uns als Ziel gesetzt, uns als Bienenpate zu engagieren und die kleinen Tierchen zu schützen.

Natürlich könnt ihr „unsere“ Bienenvölker auch live erleben, im Bienengarten besuchen und gemeinsam mit euren Familien etwas über die Bienen lernen. Oder ihr wollt selbst Pate werden. Dann schaut mal hier. Mehr Informationen zu unserer b2bee-Bienenpatenschaft gibt es hier.

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