Speicherkrise durch KI-Boom

Was das für Ihre IT-Beschaffung bedeutet

„WD und Seagate bestätigen: Festplatten fürs Jahr 2026 ausverkauft!“, „Speicherkrise: Preise sollen noch stärker steigen als befürchtet.“, „KI-Boom mit Auswirkungen“, „RAM-Preise ziehen weiter an, Speicherkrise verschärft sich deutlich“. Das sind nur einige der Schlagzeilen, die aktuell kursieren. Doch was steckt dahinter und was bedeutet das konkret für Ihr Unternehmen?

Was ist die Speicherkrise?

Unter der aktuell herrschenden Speicherkrise versteht man eine strukturelle, globale Verknappung von Arbeitsspeichern (RAM) sowie von HDD- und SSD-Speichermedien. Der Treiber ist in diesem Fall kein zyklischer Engpass wie in früheren Jahren, sondern ein umfassender Nachfragesprung durch den weltweiten KI-Boom.

Hintergrund ist, dass Hersteller wie Western Digital und Seagate ihre Produktionskapazitäten zunehmend auf Hochleistungsspeicher für KI-Rechenzentren umgestellt haben. Für klassische Komponenten, wie sie in Unternehmens-IT, Laptops und Servern verbaut werden, stehen schlicht weniger Fertigungslinien zur Verfügung.

HDD- & SSD-Speichermedien im Überblick

Random-Access Memory (RAM) speichert temporär Daten von Programmen, die gerade ausgeführt werden und ermöglichen der CPU einen schnellen Zugriff. Der RAM ist also der Kurzzeitspeicher in Computern, Smartphones und von anderen elektrischen Geräten.

Hard Disk Drives (HDD) fungieren als klassischer Massenspeicher. Sie bieten große Kapazitäten zu vergleichsweise niedrigen Kosten und werden häufig für Backups, Archivierung und als sekundäre Datenspeicher eingesetzt.

Solid-State Drives (SSD) sind das moderne, deutlich schnellere Gegenstück. Statt rotierender Magnetplatten speichern SSDs Daten auf Flash-Speicherchips. Sie sind stromsparend, lautlos, stoßunempfindlich und heute der Standard in Laptops, Arbeitsplatzrechnern und Servern und überall dort, wo kurze Lade- und Startzeiten entscheidend sind.

Welche Auswirkungen hat die Speicherkrise konkret für Unternehmen?

Da Speicherkomponenten in praktisch jeder IT-Architektur verbaut sind, reichen die Auswirkungen weit über einzelne Beschaffungsprozesse hinaus. Besonders spürbar sind die drastischen Kostensteigerungen. Dabei handelt es sich nicht um marginale Erhöhungen von ein paar Prozent, die Preise haben sich in einigen Kategorien teils vervielfacht. Das treibt nicht nur die einzelnen Hardwarekosten, für beispielsweise Laptops oder Smartphones in die Höhe, sondern auch die Beschaffungskosten für gesamte IT-Infrastrukturen. Für kleinere Hersteller, die auf bezahlbare Speicherkomponenten angewiesen sind, steigt damit auch das Insolvenzrisiko.

Hinzu kommen massive Verzögerungen in der Lieferkette. Fehlende oder verspätete Komponenten bremsen Roll-outs, Migrationen und Infrastrukturprojekte aus. Im Enterprise-Bereich sind beispielsweise Lieferzeiten von durchschnittlich neun Monaten mittlerweile keine Ausnahme mehr. Das macht eine verlässliche Planung deutlich schwieriger.

Was können Sie konkret tun?

Drei Handlungsempfehlungen zum Umgang mit der Speicherkrise

Tipp 1: Entwickeln Sie jetzt eine ganzheitliche IT-Roadmap

Die Speicherkrise ist kein isoliertes Beschaffungsproblem, sondern ein strategisches Thema. Unternehmen müssen ihre Infrastrukturentscheidungen neu bewerten und im besten Fall eine mittel- bis langfristige IT-Strategie umsetzen. Wer das unterlässt, wird die wirtschaftlichen Folgen direkt spüren: in Form von ungeplanten Mehrkosten, Verzögerungen und eingeschränkter Handlungsfähigkeit.

Eine strukturierte IT-Roadmap hilft dabei, Beschaffungsbedarfe frühzeitig zu erkennen, Budgets realistisch einzuplanen und Abhängigkeiten zu reduzieren. Sie schafft Transparenz über Investitionszyklen, reduziert Ad-hoc-Entscheidungen und ermöglicht es, Beschaffungen vorzuziehen, wenn Marktpreise günstiger sind oder Lieferfenster planbar erscheinen. Gleichzeitig zwingt sie dazu, bestehende Systeme kritisch zu hinterfragen, denn nicht jede Hardware-Erweiterung ist wirtschaftlich sinnvoll. Unternehmen, die ihren Bedarf zwölf bis achtzehn Monate im Voraus kennen, haben in der aktuellen Marktsituation einen klaren Vorteil gegenüber Wettbewerbern, die erst bei einem akuten Engpass reagieren. So gehen in unserem Kundenstamm selbst Unternehmen, die in der Beschaffung sonst eher liquiditätsschonend unterwegs sind, in die Vollen und beschaffen im ersten Quartal 2026 bereits den Hardwarebedarf der nächsten Jahre – wohl wissend, dass es jetzt zwar Millionen kostet, später aber das Doppelte kosten kann.

Tipp 2: Cloud-Speicher prüfen und strukturiert bewerten

Der Wechsel in die Cloud bietet viele Vorteile. Zum einen ist sie bei Bedarf flexibel skalierbar, denn Cloud-Dienste lassen sich schnell an alle Bedürfnisse anpassen. Zum anderen wird dadurch ein geräte-, zeit- und ortsunabhängiger Zugriff auf sämtliche IT-Ressourcen des Unternehmens für das gesamte Team gewährleistet. Zudem entfallen die Investitionskosten für eigene Server und die Ausfallsicherheit ist höher. Ein entscheidendes Argument, vor allem in der aktuellen Situation, ist zudem, dass mit der Cloud-Lösung Lieferverzögerungen umgangen werden können.

Dennoch stellt die Cloud keinen automatischen Ausweg aus der Speicherkrise dar. Zwar locken viele Anbieter mit attraktiven Festpreisgarantien für ein bis drei Jahre, doch was danach passiert, bestimmen sie. Wer einmal tief in eine Cloud-Infrastruktur integriert ist, stellt außerdem schnell fest, dass ein Wechsel teurer und aufwendiger ist als gedacht.

Unsere Expert:innen empfehlen daher, bei Cloud-Verträgen gezielt drei Punkte zu prüfen:

Gerade bei amerikanischen Hyperscalern stellen wir in den Konzeptgesprächen oft eine Unsicherheit aufgrund der politischen Situation fest. Dies ist ein unternehmerisches Risiko, das je nach Branche bereits Realität ist und eine Rolle in einer Exit-Strategie spielt.

GREEN IT Cloud

Falls Sie eine nachhaltige Alternative suchen: Unsere GREEN IT Cloud wird in Rechenzentren betrieben, die direkt an erneuerbare Energiequellen angebunden sind und klimaneutral arbeiten. Wir entwickeln gerne gemeinsam mit Ihnen eine Lösung, die zu Ihren Anforderungen passt – ohne versteckte Kosten.

Tipp 3: Jetzt handeln und nicht erst wenn der Engpass da ist

Wer jetzt noch abwartet, wird in sechs Monaten deutlich weniger Spielraum bei Preisen, Verfügbarkeiten und Vertragskonditionen haben. Der richtige Zeitpunkt, um sich mit der eigenen IT-Strategie auseinanderzusetzen, ist jetzt. Bedenken Sie, dass Strategie auch Entscheidungen bedeutet und Entscheidungen Zeit benötigen. Oft stellen wir fest, dass Unternehmen erst in letzter Sekunde handeln und somit nur noch die Möglichkeit haben, überstürzt zu entscheiden. Das kann die Einsparpotenziale stark reduzieren.

Welche Lösung für Ihr Unternehmen die richtige ist, hängt von Ihrer Infrastruktur, Ihrem Budget und Ihren Wachstumsplänen ab. Gemeinsam mit Ihnen analysieren wir Ihren aktuellen Stand, zeigen Ihnen Alternativen und neue Workplace-Konzepte auf und entwickeln eine Strategie, die nicht nur kurzfristig Kosten spart, sondern Ihnen auch langfristig Planungssicherheit gibt. Dabei betrachten wir auch Herstelleralternativen, die in der aktuellen Marktlage sinnvoller oder besser verfügbar sein können als gewohnte Produkte.

Sprechen Sie uns an, unverbindlich und ohne Verkaufsfloskeln. Wir sind nah am Markt und helfen Ihnen, die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit zu treffen.

Fazit

Die Speicherkrise trifft Unternehmen meist völlig unerwartet, mitten in laufenden Projekten, beim nächsten Gerätekauf oder bei der Vertragsverlängerung. Wer sich jetzt damit auseinandersetzt, verschafft sich einen Vorsprung. Wer wartet, muss später draufzahlen.

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